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Expositionstherapie: Habituation-Kurve

Exposure Therapy: Habituation Curve

Exposure Therapy: Habituation CurveAnxiety peaks early then falls as the prediction is disconfirmed; each repeat lowers the peak

Während einer Expositionssitzung folgt die subjektive Angst (gemessen in Subjective Units of Distress, SUDs, Skala 0–100) einem vorhersehbaren Verlauf: Sie steigt in den ersten 5–10 Minuten steil an, wenn der angstauslösende Reiz konfrontiert wird, erreicht ihren Höhepunkt und fällt dann ab, sobald das Gehirn registriert, dass das befürchtete Ereignis nicht eingetreten ist. Dieser Prozess, als inhibitorisches Lernen bezeichnet, löscht die ursprüngliche Furchtrepräsentation nicht aus, sondern bildet eine konkurrierende Sicherheitsrepräsentation, die bei der Erinnerungsabfrage mit ihr in Wettbewerb tritt. Die entscheidende therapeutische Komponente ist das Verbleiben in der Situation über den Höhepunkt hinaus; ein frühzeitiger Abbruch erhält den Kreislauf aufrecht und kann das Vermeidungsverhalten verstärken.

Wiederholte Expositionen erzeugen einen doppelten Nutzen: Der Angstgipfel (in SUDs) fällt in jeder Folgesitzung niedriger aus (von ~75 in der ersten auf ~42 in der zweiten Sitzung), und der Rückgang auf ein erträgliches Niveau verläuft schneller. Im Verlauf einer vollständigen expositionsbasierten Therapie (typischerweise 8–15 Sitzungen bei spezifischen Phobien, 12–20 bei OCD oder PTBS) verbinden sich die Habituation innerhalb der Sitzungen und zwischen den Sitzungen zu einer Reduktion des Ausgangsangstniveaus. Modelle des inhibitorischen Lernens (Craske et al., 2014) legen nahe, dass die Maximierung der Erwartungsverletzung, das Tolerieren von Unsicherheit und ein variierender Kontext über die Sitzungen hinweg das Sicherheitssignal weiter festigt.

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